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Energiepass

Gebäude-Energiepass wird 2006 Pflicht

 

06.12.2005   Spätestens beim Blick auf die Nebenkostenabrechnung wird es manchem mit Schrecken bewusst: Der Heizöl- und Stromverbrauch seiner Wohnung ist erschreckend hoch. Zu dumm, dass dies beim Einzug nicht absehbar war. Doch das wird sich bald ändern. 2006 soll ein einheitlicher Gebäude-Energiepass für mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt sorgen.

 

 

Bei Spülmaschine, Herd und anderen Elektrogeräten sind Energieverbrauchs-Label lange üblich. Ein Blick genügt, und der Verbraucher weiß, wie sparsam das Gerät arbeitet. Das Gleiche soll bald der Energiepass leisten, der für alle beheizten Gebäude Pflicht wird. "Wie der Pass genau aussehen wird, steht allerdings noch nicht fest", sagt Felicitas Kraus, Bereichsleiterin Energieeffizienz im Gebäude bei der Deutschen Energie-Agentur (dena). Es fehlt noch an den hierfür erforderlichen gesetzlichen Bestimmungen.

 

Die neue Bundesregierung muss das Thema zügig angehen. Denn im kommenden Jahr muss die EU-Richtlinie "Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden" in allen EU-Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Die Richtlinie fordert die Einführung des Energiepasses zum 4. Januar 2006. Doch in Deutschland wird der dena zufolge der Pass erst mit der Verabschiedung der Energieeinsparverordnung 2006 für Immobilienbesitzer zwingend. Wann die Verordnung verabschiedet wird, ist noch nicht klar. "Wir rechnen damit, dass die Pässe im Sommer oder Herbst in Deutschland Pflicht werden", sagt Kraus.

 

Doch was bedeutet das für private Eigenheimbesitzer? "Es besteht kein Grund zur Panik", beruhigt die Fachfrau. Der Gesetzgeber werde voraussichtlich Übergangsfristen einräumen. Auch der Verband Privater Bauherren betont: Zwar soll jedes Haus künftig einen Energiepass haben, aber wirklich verlangt werde er bei Privathäusern nur bei Vermietung oder Verkauf des Objektes.

 

Dann hätten Mieter und Käufer das Recht, sich den Pass vorlegen zu lassen. Bleibe das Haus in der Hand des bisherigen Eigentümers, werde aller Voraussicht nach auch niemand den Energiepass prüfen wollen.

 

Dennoch sind viele Eigenheimbesitzer bereits jetzt verwirrt. Kein Wunder: Denn obwohl die Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht noch aussteht, sind bereits Energiepässe im Umlauf.

 

"Bei Neubauten sind schon seit mehreren Jahren Dokumente, die über energetische Eigenschaften des Gebäudes Auskunft geben, Pflicht", erklärt Energieberater Frank Pietzuch vom TÜV Industrie Service. Doch diese oft bereits als Energiepass bezeichneten Dokumente sind regional unterschiedlich und oft für den Verbraucher nur schwer verständlich formuliert. "Das wird sich durch den auch für den Laien verständlich gestalteten bundeseinheitlichen Energiepass ändern", prognostiziert Pietzuch.

 

Die bereits jetzt ausgestellten Energiepässe behalten dem Fachmann zufolge sehr wahrscheinlich ihre Gültigkeit; wie alle gemäß der EU-Richtlinie künftig ausgestellten Energiepässe sollen sie zehn Jahre gelten.

 

"Aller Voraussicht nach", "sehr wahrscheinlich", "vermutlich" - jeder Experte hantiert noch mit diesen Begriffen, wenn es um das Thema Energiepass geht. Denn erst wenn die gesetzlichen Ausführungsbestimmungen stehen, besteht wirklich Klarheit.

 

Gleichwohl kann es für manchen Hausbesitzer schon jetzt interessant sein, sich einen der derzeit bereits erhältlichen Energiepässe ausstellen zu lassen, ist Kraus überzeugt. "Wenn ich jetzt mein Haus modernisiere, würde ich gleich im Anschluss einen Energiepass ausstellen lassen", sagt die Fachfrau. Denn der finanzielle Mehraufwand sei minimal und das Risiko, dass der Pass nicht akzeptiert werde, äußerst gering.

 


Ab 2006 - der Energiepass: Keine "bösen Überraschungen" bei den Heizkosten
Neuer "Ausweis für's Haus" hilft realistisch zu kalkulieren

 

 

Braunschweig (pts/06.09.2005/11:15) - 140 Quadratmeter Wohnfläche über zwei Stockwerke, sechs Zimmer und ein kleiner Garten mit Schaukel für die beiden Kinder: Familie Berger fühlt sich wohl im gerade gekauften Eigenheim. Sofort nach dem ersten Besichtigungstermin stand fest: "Das ist unser Traumhaus." Bis zur ersten Heizkostenabrechnung: 16.770 kWh mehr Gasverbrauch als erwartet, Nachzahlung rund 700 Euro.

Solche bösen Überraschungen sind für Käufer einer Immobilie - aber auch für Mieter - keine Seltenheit. Ab 2006 hilft der Energiepass: Jeder Eigentümer muss bei Verkauf oder Vermietung den "Ausweis für's Haus" über die Gesamtenergieeffizienz vorlegen. Wie bei Kühlschränken und Waschmaschinen längst üblich, gibt er Auskunft über den Energieverbrauch des Gebäudes. Der Verbraucher kann damit die voraussichtlichen Heizkosten realistisch einschätzen. Das Label stuft die Gebäude in eine von neun Klassen ein - von A bis I - oder kennzeichnet den Energieverbrauch mit einem Pfeil im Verlauf von "sehr niedrig" (grün) bis "sehr hoch" (rot). Das Papier enthält außerdem Empfehlungen für eine kostengünstige Verbesserung der Energieeffizienz. Helmut Jäger, Geschäftsführer des Heizsystem-Herstellers Solvis aus Braunschweig, sieht darin eine wichtige Orientierungshilfe: "Die Nebenkosten sind längst zu einer ,zweiten Miete' geworden. Mit dem Pass kann der Verbraucher von vornherein seine Kosten realistisch kalkulieren."

Auch Familie Berger hätte dann vorher gewusst, dass die 27 Jahre alte Heizanlage zuviel Energie verbraucht und die schlecht isolierte Fassade und die alten Fenster zusätzlich Energie verschwenden. Jetzt investieren sie lieber noch einmal: Damit zukünftig die Kosten überschaubar bleiben, ist als Erstes eine neue Heizanlage - kombiniert mit Solarkollektoren - vorgesehen und der Wärmeschutz der Fenster und Fassade soll auch bald verbessert werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter 05 31 / 28 904-0 oder im Internet unter http://www.solvis.de





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