|
Gutes Raumklima garantiert
Besonders beim Niedrigenergiehaus kann mit einer Lüftungsanlage der Energieverbrauch
effizient gesenkt werden. Bei Passivhäusern geht es ohnehin nicht ohne Installation
einer seriös geplanten Lüftungsanlage. Die verbrauchte Luft wird dabei über einen
Wärmetauscher geleitet, die Wärme der Abluft wird an die frische Zuluft übertragen.
Eine Lüftungsanlage ist keine Klimaanlage!
Wärend bei der Klimaanlage die Gebäudekühlung im Vordergrund steht, geht es bei
der Lüftungsanlage um die Sicherstellung der hygienisch notwendigen Frischluftzufuhr.
Variante 1:
In jedem Raum befinden sich eine Zu- und eine Abluftöffnung. Wenn die Öffnungen
zu nahe beisammen sind, wird für die Zuluftöffnung eine Weitwurfdüse verwendet.
Jeder Raum ist einzeln regulierbar, jedoch erhöhter Rohraufwand.
Variante 2:
In den Wohn- und Schlafräumen befindet sich eine Zuluftöffnung; in Küche, Bad
und WC befinden sich Abluftöffnungen. Günstiger herzustellen, jedoch schwieriger
zu regeln, da die Luft die einzelnen Räume durchströmen können muss (Überströmöffnungen
sind erforderlich).
Abluftanlagen (ohne Wärmetauscher)
Die Luft wird aus Bad, WC und Küche abgesaugt, Zuluft strömt über Nachströmöffnungen
in der Außenwand oder in Fenstern nach. Einfacher und kostengünstiger, jedoch
praktisch keine Energieeinsparung.
Die Vorteile:
Es herrschen immer hygienische Luftverhältnisse im Haus. Sogar bei Windstille
oder im Winter im Schlafzimmer, wo üblicherweise kaum ausreichend gelüftet werden
kann, werden Schadstoffe, Feuchtigkeit und CO2 (Kohlendioxid) abtransportiert.
Die Zuluft ist in allen Räumen sauberer. Gerade an stark befahrenen Straßen oder
im Stadtbereich wird viel Straßenstaub vom Filter zurückgehalten. Für Allergiker
kann die durch den Filter reduzierte Pollenbelastung hilfreich sein. Unter ungünstigen
Bedingungen kann es bei Fensterlüftung sein, dass Luft aus Bad oder Küche durch
das Haus gedrückt wird - dies wird mit Lüftungsanlagen vermieden.
Weniger Lärmbelästigung von außen. Gerade an stark befahrenen Straßen wird die
Lärmbelästigung stark reduziert, da trotz geschlossener Fenster gelüftet werden
kann. Für eine erholsame Nachtruhe ist dies sehr vorteilhaft.
Weniger Energieverbrauch. Über den Wärmetauscher kann die in der Abluft enthaltene
Wärme an die Zuluft abgegeben werden. Dadurch wird weniger Energie zur Aufheizung
der Frischluft benötigt.
Komfortsteigerung: Im Sommer kann mit der Zuluft etwas gekühlt werden, keine
Belästigung durch Insekten, Reduzierung von Geruchsbelästigung, keine Zugluft
beim Lüften, keine Bauschäden durch falsches Lüften,...
Die Fenster können natürlich trotzdem geöffnet werden. Die Fensterlüftung ist
insbesondere außerhalb der Heizperiode empfehlenswert, da der Strom für den Ventilator
eingespart werden kann. In der Heizperiode sollten die Fenster aber möglichst
geschlossen bleiben.
© Artikel und Bilder Ralph Schmidt / Klaus U. Walth www. eko-news.de |